Die Initiative der « UDC » ist eigentlich keine gute Idee

 

 

Während der zehnjährigen Existenz unserer Verinigung haben wie die islamistischen Bewegungen unseres Landes gut kennengelernt. Daher sind wir so frei, die Initiative der SVP gegen die Minarette abzulehnen.

 

Ausser des berechtigten Zweifels in bezug auf dieÜbereinstimmung mit der schweizerischen Verfassung wollen wie zudem nicht zulassen, dass eine Diskriminierung  irgendwelcher Art in unser Grundgesetz eingeführt wird. Das gleiche Prinzig hat uns auch bewogen., die Abschaffung des Artikels über die Bistümer zu verlangen.

 

Wir möchten in Erinnerung rufen, dass der Laizismus das Recht auf den Glauben ebenso verteidigt wie das Recht auf Atheismus. Religiöse Gruppen sollten daher das Recht auf Glaubens- und somit Konstruktionsfreiheit haben, insofern sie natürlich die Gesetze bezüglich der Bauten respektieren.

 

Das ist der Preis des interreligiösen, sehr zerbrechlichen Friedens.

 

Das immerzu angeführte Argument, dass Saudiarabien christliche Gebäude auf seinen Territorien erlauben sollte, damit hierzulande Minarette konstruiert werden könnten, scheint uns besonders unsinnig. Seit wann sollten die Entscheidungen unseres Volkes von denen anderer Staaten abhängig sein ?

 

Im Übrigen funktioniert diese Begründung in beide Richtungen : in bezug auf das Frauenwahlrecht zum Beispiel. In der Türkei 1934 eingeführt, in Albanien 1946, in Syrien 1963, in Pakistan 1954, in Ägypten 1956, in Mauritanien 1961, in Algerien 1962, in Afganien, im Iran und in Marokko 1963, im Sudan 1964, im Südyemen 1967 und im Nordyemen 1970. Hätten diese staaten auf die Schweiz warten sollen, die ihren Bürgerinnen das Stimmrecht erst 1971 erteilte ?

 

Uns sind die Spannungen durchaus bewusst, die aus den Anpassungsschwierigkeiten der traditionalistischen Fraktion der Moslems resultieren, ebenso wie uns die Propaganda der islamistischen Staaten sowie die verantwortungslosen Unschuldsreden gewisser humanitären und multikulturellen Kreisen gewahr ist.

 

Gewisse Ansichten in der Erziehung der Heranwachsenden, die Schwierigkeit, eine totale Gleichstellung von Mann und Frau zu akzeptieren, die erzwungenen Ehen, die man gewissen islamischen Kreisen zuschreiben kann, sind für unsere Zivilisationsbegriffe sicher regelwidrig.

 

Trotzdem sollte man die islamische Welt nicht als homogenen Block ansehen. Die grosse Mehrheit integriert sich wie andere Einwanderer vor ihnen.

Alle Moslems in einen Sack zu stecken birgt die Gefahr, sie in die Arme der Extremisten zu werfen.

 

Wir wollen keineswegs Islam und Islamismus durcheinanderbringen. Wir bauen auf die Fähigkeit der Moslems, sich hierzulande zu integrieren, ohne auf ihre Eigenständigkeit zu verzichten.

 

Unser Land, das seit Jahrhunderten viersprachig ist und mehr als zwanzig Kantone zusammenbringt, muss sich von niemandem sagen lassen, wie man respektvoll zusammenlebt. Wir wissen, dass den  Moslems ebenso wie anderen Gruppen nichts anderes übrigbleibt als unsere Gesetze anzuerkennen.

 

An erster Stelle dieser Gesetze steht der Laizismus, die private Bräuche und Moral schützt, sofern sie dem öffentlichen Recht nicht widerfährt, der die beste Garantie für Frieden ist Wir wenden uns an alle Schweizer und hoffen, dass dieses Prinzip in allen Kantonen akzeptiert wird.